Ausgang mit unseren Frauen (NOT-RE meets Ladies!)

Wir konnten mit unseren Frauen einen schönen, geselligen Abend in Carlos Taverne am 21. Oktober 2005 verleben. Folgerichtig wurden unsere Finanzen arg strapaziert und Werner standen in den frühen Morgenstunden die Zwiebelledertränen literweise in den Augen.

Thomas und Vroni, frisch vermählt (naja, nicht mehr ganz taufrisch...) wurden selbstverständlich mit einem Extra-Taxi gen Stockum geschickt, quasi als Vorhut, um das Terrain zu sondieren.
Der Rest der Kartenbande traf sich bei Werner und Magdalena vor dem Haus (ins Haus gingen wir nicht, da in beider Schlafzimmer noch Licht brannte...). Der Bus traf ein, leider aber noch nicht Manne und Doriene. So schwärmten wir aus (eigentlich schwärmte nur Siggi aus, der rechts herum lief, um Manne abzufangen, da wir anderen in den Bus stiegen und gemütlich nach links fuhren...)
Die Holks trafen auf den Bus (sie hatten noch ein paar nette Einladungen zu einer hübschen Januarveranstaltung in einer kleinen Kneipe irgendwo östlich von Evenkamp bei Kleins eingeworfen) und wir mussten nur noch Siggi aufgabeln, der einsam am Ortseingang vom Beckingsbusch herumlungerte.

Umfallfrei erreichten wir das Golddorf, die Menschenmassen rechts und links der Straße jubelten uns zu und... der Bus hielt dann endlich auf dem Bürgersteig vor der Taverne.
Dies war Werners großer Auftritt: Der Taxifahrer war zu entlohnen!

"Mensch, Magdalena! Das haben wir jetzt von dieser ewigen Jackenumzieherei!", stieß der große Kassierer mit bebender Stimme hervor.
"Ach Werner, draußen ist es doch gar nicht so kalt!"
"Aber mir läuft's eiskalt der Rücken herunter, Frau: Ich hab' die Knete nicht bei!"

Blass geworden verließen wir Fahrgäste den Taxiraum und schenkten Werner zur Belohnung für seien Dusseligkeit (sorry, Unachtsamkeit) eine zweite, abendliche Fahrt mit seinem Lieblingstaxichauffeur.
"Wir trinken schon mal einen!", riefen wir ihm noch fröhlich hinterher und betraten den Schankraum.

Thomas und Vroni warteten schon sehnsüchtig auf uns und mit Erschrecken musste ich, der Theo, feststellen, dass in unserem Separee noch eine zweite Gästetruppe verweilte. Ein leerer Tisch stand lieblos an unsere Tischreihe angeflanscht, so dass Siggi und ich der am Theken einen Kunden abkassierenden Ute (Lady Carlo) anboten, ihr beim Tischerücken behilflich zu sein. Ein bitterböser Blick, aus tiefster Seele vorwurfsvoll, traf uns.
"Kann ich vielleicht den Gast noch abrechnen? Die gehen doch gleich!"
Erschrocken und peinlich berührt nickten Siggi und ich nur:
"Wir dachten... äh ... wollten ... meinten ... aber sicher ... Entschuldigung..."
Der zahlende Gast hob nur sein Bierglas und meinte lapidar: "Ehrlich. Wir sinn gleich wech!"
Uns zehnmal entschuldigend verschwanden wir in unsere Ecke und bezogen die Plätze.
Aber, kleine Schwierigkeiten zu Beginn einer Veranstaltungen gehören bekanntlich dazu, so wie das Salz in die Suppe, oder die Merkel an die Macht.

Werner traf ein, der andere Verein verließ unsere Ecke und wir konnten uns unseren Gelüsten hingeben.
"'Ne Zigarre aus Holland?", fragte Siggi.
"Jo", antwortete Theo.
"Das wird immer schlimmer mit den beiden!" Thomas Kommentar war ziemlich überflüssig aber angebracht. Dunkler Rauch kräuselte sich zur Decke und verbreitete eine gewisse heimelige Atmosphäre, die aber wohl nur die Zigarrenraucher in irgendeiner Ecke ihres Seins zu entdecken wussten.

Die Sitzordnung des Abend brachte auch keine Neuerungen in Hinblick auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wir bildeten eine typisch westfälische Reihe: links die Mädels, rechts die Jungs (aus meiner Sicht. Aus Mannes Sicht stellte es sich umgekehrt dar). Margarete und Werner saßen jeweils vor Kopf und bildeten somit so etwas wie Brückenköpfe der Verständigung. Mit wachsamen Blicken achteten sie auf das Geschehen am Tisch. Rieke und Doriene referierten über die Schreibweise ihrer Namen (ist ja auch wirklich nicht einfach zu merken - für einen normalen Mann!) und Vroni scheute sich im Laufe des Abends nicht, auf Kosten der Damenkasse eine Runde Schnaps auszugeben. Hoch leben unsere Frauen! Wobei ich bedauernd im Rückblick sagen muss, dass wir es versäumt haben, eine dreifaches NOT-RE hinauszubrüllen. Aber, wir befanden uns ja schließlich in einem Lokal und nicht in irgendeiner Partyscheune!

So verging die Zeit wie im Fluge, laufend wurden eine Menge Halbliterkrüge Schwarzbier gereicht sowie flüssige Häppchen zur Verdauung. Während die Damen in dieser Hinsicht recht gemischt tranken, gab es bei uns Herren eine Klaren-Koalition von Manne, Thomas und Werner sowie eine Kräuter-Koalition mit Theo und Siggi, die sich mehr an Ramazotti und Massala hielten.

Das Essen verging köstlichst auf unseren Zungen, flutschte den Gaumen entlang und erwartete im Magen die Verurteilung zur Verdauung. Hilfsweise mussten wir anschließend, wie oben schon erwähnt, flüssige Verdauungshäppchen nachgießen.

Gegen Mitternacht wurde uns noch eine kleine, gemischte Käseplatte gereicht (nach meiner Intervention, ein Sorry an die Kasse), die uns gut bekam, denn schließlich schließt Käse den Magen. Das gehört sich einfach so!

Wie üblich in gemütlicher Runde wurde heftigst kommuniziert, politisiert, privatisiert, kommerzialisiert und viel dummes Zeug (also humbugisiert) geredet. Pläne wurden für das kommende Jahr geschmiedet, genauere Ausarbeitungen werden diese wahrscheinlich auf der kommenden Jahreshauptversammlung erfahren (Hier werden die einzelnen Bereichsleiter gefragt sein, wie z. B. der Jugendgruppenführer).

Zwischen zwei und drei in den frühen Morgenstunden verließen wir in zwei Trupps die Kaserne, sorry, die Taverne. Carlo freute sich und gab zwischendurch ein paar Runden und Ute kassierte den verdienten Lohn (Werner war's wahrscheinlich danach, als hätte er nie ein Portemonai dabei gehabt).

Wahrscheinlich schliefen alle bis früher oder später und falls ich etwas in diesem Bericht vergessen oder mich vertippt haben sollte , bitte ich um Nachsicht (das Alter...) oder Nachricht.

Bis zum nächsten Mal: "Ein dreifaches NOT-RE: NOT-RE, NOT-RE, NOT-RE!"
Eine Stimme aus dem Hintergrund: "Das geht noch lauter!"
Eine andere Stimme: "Das ist Ruhestörung!"
Ein Skatspieler: "Ein Reh in Not?"
Ein Förster meint: "Darf ich mich vorstellen: Hirsch heiß ich!"
Die Stimme aus dem Hintergrund: "Ha, ha, ha."

Theo wird es jetzt zu blöd und er schaltet den Computer aus.
Zzzzip.

Schöne Grüße
der Theo