ZEITTRAMP Lyrik
Am Scheideweg der Nacht
Reiter der Nacht
Wirbelnde Hufe schwerer Pferde
Wildes Stakkato
Zerrissenes Gras unschuldiger Erde
Kämpfer der Ewigen Nacht
Blitzende Klingen im Mondenlicht
Klirrende Schwerter
Stählerne Rüstungen gegen das Dunkle Gericht
Helden auf endloser Wacht
Wilde Augen zerfurchter Gesichter
Den Mund wütend verkniffen
Voraus einer fernen Stadt helle Lichter
Einsamer Mann ohne Kraft
Müder Blick auf spiegelndem Fluss
Stakstange in der Faust
Erhobene Hand zum Willkommensgruß
Krieger am Scheideweg der Nacht
Fragen an die Seele, den Preis zu geben
Den der Fährmann verlangt
Fernes Ufer der Sehnsucht, Stadt mit Leben
Schreie es gegen die Sterne:
„Kämpen eines langen Weges!
Werft hinfort den tödlichen
Stahl
Bloß den Körper, frei die
Seele
Heiliger Gral des Herzens
Das Ziel erreicht!“
Schwankendes Boot, der Fährmann lacht
Gestalten darin, dicht gedrängt und nackt
Erwarten ihn mit frohem Herzen
Den Frieden in der Nahen Stadt
Theo Klein
13./14.1.1983